Optische Instrumente in Befestigungen/ optical devices in forts

Militärischer Usus ist und war es, Gerätschaften zu systemisieren und zu beschreiben. So war dies auch bei den in Befestigungen verwendeten Beobachtungsmitteln der Fall, welche großteils im Behelf G-43, IV Teil, 1. Heft der k.u.k. Armee beschrieben wurden.

Man unterschied zwischen > Einzelfernrohren,  > Doppelfernrohren und  > Feldstechern.

Der Vorteil von Einzelfernrohren gegenüber den Doppelfernrohren und Feldstechern liegt neben der billigeren Herstellung und dem verringerten Platzbedarf zudem in der optischen und mechanischen Robustheit. So kann es bei Einzelfernrohren im Falle einer Beschädigung (bspw. bei einem Sturz auf den Boden) zu keiner Beeinträchtigung der Kollimation (Parallelrichtung der Lichtstrahlen) kommen, wohingegen bei Doppelfernrohren und Feldstechern die exakte Ausrichtung der beiden optischen Achsen verloren gehen kann und somit Doppelbilder bei der Durchsicht entstehen.

Zur Abschätzung von Entfernungen besaßen die optischen Instrumente Skalen in Form einer fadenkreuzförmigen Strichplatte, die in den Lichtweg entweder des linken oder rechten Okulartubus eingebaut waren.

Die Bezeichungen auf den optischen Instrumenten erklären sich folgendermaßen:
“M.” steht für Modell;
Die Ziffern stehen für das Einführungsjahr;
“Z.” steht für den Produzenten Zeiss;

So bedeuten bspw.:
> ” M. 9/13 Z”: Modell von Zeiss, eingeführt 1909 und modifiziert 1913

Einzelfernrohre

M.96 Fernrohr (sog. englisches Fernrohr, vermutlich die Bauweise nach John Dollond) mit 7-facher bis 22-facher veränderbarer Vergrößerung
M.82 Fernrohr mit 30-facher, M. 83 mit 28-facher bzw. 37-facher und M. 84 mit 28-facher bzw. 54-facher Vergrößerung (sog. Merzsche Fernrohre benannt nach Georg Merz)
M. 2 Winkelfernrohr (über ein drehbares Reflektorprisma lassen sich erhöht oder vertieft liegende Ziele beobachten)
M.9Z Festungsfernrohr mit 15-facher Vergrösserung


Doppelfernrohre

M.2 Z Scherenfernrohr mit 10-facher bzw. 13-facher Vergrösserung
M.7 Z Scherenfernrohr mit 10-facher Vergrösserung
M.8 Z Doppelfernrohr der Vergrösserungen 10x (für die Ballonabteilung), 12x und 15x

Feldstecher

M.7 Z Feldstecher für Panzerstände (6-fache Vergrösserung, 21 mm Objektivdurchmesser)
M.11 Z Feldstecher für Panzerstände (6-fache Vergrösserung, 21 mm Objektivdurchmesser)
M.9/13 Z  Feldstecher (6-fache Vergrösserung, 30 mm Objektivdurchmesser) mit Skala
M.9 Z Feldstecher (6-fache Vergrösserung, 30 mm Objektivdurchmesser) mit Skala
M.9 Feldstecher (6-fache Vergrösserung, 30 mm Objektivdurchmesser) mit Skala
M.94 Binokel und M. 61 Binokel (sog. holländische Feldstecher Galileischer Bauart)

Die beiden Feldstecher für Panzerstände, M. 7 Z und M. 11 Z, kamen im rechten bzw. linken horizontalen Maximalwinkel zu einer Fernrohr- oder Maschinengewehrscharte in einer kleinen Nische innerhalb des Panzers zum Einsatz. Bei Verwendung des Standard M. 11 Z. Feldstechers hätte man entweder die Nischen grösser machen müssen, d.h. die Panzerung wäre dünner geworden, oder andererseits eine Einschränkung des Sichtwinkels hinnehmen müssen. Deshalb hat man bei Zeiss versucht, die optischen Eigenschaften eines 6×24 Glases in einem schmäleren Gehäuse zu konstruieren. Dass dies erfolgreich gelang, belegen die unterschiedlichen Breiten zwischen einem herkömmlichen M. 11 Z und dem M. 11 Z für Panzerstände:
>> Breite M. 11 Z.: 15.4 cm
>> Breite M. 11 Z. für Panzerstände: 13.1 cm
Der Unterschied beträgt demnach 2.3 cm, d.h. pro Hälfte ca. 1.2 cm. Bei der Verwendung des Panzerstände-Feldstechers ragten die Seiten links und rechts also 1.2 cm weniger heraus als beim normalen M. 11 Z. Modell. (Gastautor: Frank Weissörtel)

 

Englisch summary:
A variety of specific optical observation devices was used in fortifications. Following military customs they were standardized and categorized.
The categories were > single telescopes (Einzelfernrohr), > double telescopes (Doppelfernrohr) and > binoculars (Feldstecher).

The advantage of single telescopes compared to double telescopes and binoculars lies in their optical and mechanical robustness, as well as being cheaper to manufacture and requiring less space.
To estimate distances, the optical instruments had scales in the form of a crosshair-shaped reticle, which were built into the light path of either the left or right eyepiece tube.
The names on the optical instruments are explained as follows: “M.” stands for model; The digits stand for the year of introduction; “Z.” stands for the producer Zeiss; For example:  “M. 9/13 Z”: Zeiss model, introduced in 1909 and modified in 1913

The two binoculars for armored cupolas, the M. 7 Z and the M. 11 Z, were used at the right and left horizontal maximum angle to a telescope or machine gun slot in a small niche within the cupola. When using the standard M. 11 Z. binoculars, one would either have had to make the niches larger, i.e. the armor would have become thinner, or, on the other hand, would have had to accept a narrowing of the viewing angle. This is why Zeiss tried to construct the same optical properties of 6×24 glass in a more narrow casing. This was achieved and gave the M. 11 Z for armored cupolas as smaler casing of more than 2 cm. (guest writer: Frank Weissörtel)

 

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